Estland
Travel Guide • Reisetipps • Reisewissen
Darum nach Estland reisen!
- E-Estonia: Was Digitalisierung angeht ist Estland gaaaanz weit vorne. Behördengänge sind in diesem Land nahezu überflüssig, denn fast alles (außer Eheschließung und Scheidung) geht digital. Und zwar von überall! Denn in Estland gibt es überall Internet! Als Reisende hat man es dadurch enorm einfach - auch als Allein-Reisende!
- Natur ist in Estland nie weit weg! Selbst von Tallinn aus fährt man lediglich zehn Minuten mit dem Bus oder dem Zug und schon findet man sich inmitten von Wiesen und Wäldern wieder. Oder am idyllischen Ostseestrand.
- Entschleunigung! Man hat das Gefühl, das Land und selbst die Hauptstadt geben Raum. Ermöglichen es durchzuatmen, sich bewusst für etwas zu entscheiden. Entfernungen sind kurz, das Reisen ist einfach - entspannt!
- Museen: Estland hält seine bewegende Geschichte in hervorragenden, interaktiven Museen lebendig. Von geheimen KGB-Abhörstationen, Marine-Museen, bis hin zu moderner Fotografie kann in Tallinn alles besichtigt werden, auch mit tollen Führungen. Besonders berührend ist eine Ausstellung zum Angriffskrieg auf die Ukraine im VABAMU Museum für Besatzungen und Freiheit.
Hier findest du unsere Reisegeschichten aus Estland:
Reiseziele in Estland
Meine Highlights in Tallinn und Tartu
- Tallinns Altstadt: Zwischen mittelalterlichen Stadtmauern, hanseatischen Gildenhäusern, orthodoxen Kirchen aus dem Zarenreich und sowjetischen Protzbauten wandeln.
- Telliskivi - wo die Kreativität keine Grenzen hat! The "Creative City" erkunden, eine Zimtschnecke bei Fika holen und im Fotografiska einen Cappuccino trinken.
- Schloss Kadriorg: Lustwandeln im weitläufigen Park und dieses wunderschöne Schloss - ein kleines Versailles - bewundern.
- Maarjamäe und Pirita: Den Friedhof der Sowjetdenkmäler besuchen, den Opfern des Kommunismus gedenken und Strandbaden mit Sowjet-Flair am Pirita Beach.
- Tallins Museen - meine Auswahl: VABAMU, Hotel Viru, KGB Gefängnis Pagari Street 1, Fotografiska, Patarei Prison (Neueröffnung 2027)
- Kulturhauptstadt Tartu: Tagesausflug mit dem Zug. Sich einfach durch das schöne Städtchen treiben lassen.












Estland • Reisewissen
Estland ist für mich eines der wenigen Länder, in denen ich mir vorstellen kann, einmal zu leben – obwohl ich erst eine Woche dort verbracht habe! Aber Estland hat dieses gewisse Etwas, das mich sehnsuchtsvoll Seufzen lässt, das schwer ist in Worte zu fassen. Vielleicht ist es die Nähe zur Natur, oder die Tatsache, dass Estland zu den am dünnsten besiedelten Staaten Europas gehört und doch zu den digital fortschrittlichsten Gesellschaften der Welt zählt? Ist es die Ostsee? Vielleicht ist es aber auch das offensichtliche Bewusstsein für den Wert der Freiheit?
Estland ist vielen anderen europäischen Staaten (Deutschland eingeschlossen) um Längen voraus. 99 % der staatlichen Dienstleistungen sind online verfügbar, nahezu überall gibt es schnelles(!) Internet. Gleichzeitig ist über die Hälfte der Landesfläche bewaldet. Historisch gesehen liegt das Land an einer klassischen Schnittstelle europäischer Mächte. Bis 1918 stand das Gebiet des heutigen Estlands unter wechselnder Herrschaft. Dänen, Deutsche, Schweden und das Russische Reich hinterließen Spuren, die zumindest im architektonischen Sinne heute noch sichtbar sind. Ab 1940 wechselten sich Nazis und Sowjets mit der Unterjochung des Landes ab. Verbreiteten nichts als Tod, Angst, Schrecken und Plattenbauten. Bis 1991 blieb Estland Teil der Sowjetunion.
Wem bewusst ist, welch einen besonderen Platz Musik und vor allem Gesang in der estnischen Kultur einnimmt, den wundert es nicht, dass die sogenannte „Singende Revolution“ den Anstoß zur Unabhängigkeit von den Sowjets gegeben hat. Das estnische „Song and Dance Festival“ zieht seit 1869 alle fünf Jahre zehntausende von Sängerinnen und Sängern an und ist Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.
Trotz oder gerade wegen der fortwährend Fremdbestimmung und Besatzung ist die kulturelle Identität des Landes tief verwurzelt. Dazu gehört auch die estnische Sprache, die ein bisschen wie elbisch aus Herr der Ringe klingt. Sie gehört zur finno-ugrischen Sprachfamilie und ist damit mit dem Finnischen und dem Ungarischen verwandt. Die meisten Esten sprechen allerdings mindestens zwei Sprachen, die älteren Generationen sogar oftmals vier: Estnisch, Englisch, Finnisch und Russisch!
All das macht Estland zu einem unglaublich faszinierenden, einladenden und wunderschönen Reiseland!
